Robert Greenleaf war Director of Management Research bei AT&T und später Lehrbeauftragter an der Harvard Business School.

Der Lastenträger Leo aus Hermann Hesses Erzählung „Die Morgenlandfahrt“ (1932) inspirierte ihn zu einem neuen Führungsmodell, das er „Servant Leadership“ nannte. Leo, der erst Diener ist und dann zum „dienenden Führer“ wird, stellt das „Gesetz vom Dienen“ auf: Wer lange leben will, muss dienen; wer herrschen will, lebt nicht lange.

Greenleafs Grundgedanken: „Die dienende Führungskraft ist zuerst Diener (…). Eine dienende Führungskraft zu werden, beginnt mit dem natürlichen Gefühl, dass man dienen will, zuerst dienen. Erst dann bringt einen die bewusste Wahl dazu, dass man anstrebt, zu leiten. (…) Der Unterschied manifestiert sich in der Sorge des Zuerst-Dienenden, sicherzustellen, dass für die wichtigsten Bedürfnisse anderer Leute gesorgt wird. Der beste Test (…) ist dies: Wachsen diejenigen, denen gedient wird, als Persönlichkeiten? Werden sie, während ihnen gedient wird, gesünder, weiser, freier, autonomer, wahrscheinlicher selbst zu Dienern?“ (Zitiert nach Hartmann, s.u.)

Diese Grundüberlegungen entwickelte Greenleaf zu einem Modell für die Entwicklung von dienenden Führungskräften und zu einem Modell für die Entwicklung von Unternehmen. In den USA fanden sie breite Aufnahme und Weiterentwicklung. James W. Sipe und Don M. Frick extrahierten sieben Pfeiler des „Servant Leadership“: Die dienende Führungskraft…

  • hat Charakter
  • stellt die Menschen an die erste Stelle
  • ist ein begabter Kommunikator
  • ist ein anteilnehmender Teamarbeiter
  • hat Weitblick
  • denkt systemisch
  • führt mit moralischer Autorität.

Den Hinweis auf Servant Leadership verdanke ich Mathias Hartmann, der darüber promoviert hat. Sein Buch ist bei Kohlhammer erschienen: HARTMANN, Mathias, „Servant Leadership“ in diakonischen Unternehmen; Bd. 5 der Reihe: Dynamisch Leben gestalten; Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2013.